Der Bericht im Weilheimer Tagblatt vom 23.11.2019 beschrieb unser Vorhaben sehr gut.

„Grünes Sportstudio“ als Genossenschaft 

Aus dem Motorrad-Verkaufsraum wird ein Sportstudio: (v.l.) Benedikt Ernst, Udo Schwarz, Tanja Schwarz und Markus Kunzendorf haben mit Gleichgesinnten dafür eine Genossenschaft gegründet. Foto: gronau

Weilheim – Markus Kunzendorf ist ein Fitnessfan. Der 43-jährige Finanzberater aus Oberhausen-Berg hat regelmäßig mit Sportskameraden in der „Work Out Box“ in Weilheim trainiert. Doch weil der Betreiber aus beruflichen Gründen den Betrieb einstellen will, überlegten sich er und seine Mitstreiter eine Alternative am Holzhofring. Die Lösung: Sie hoben eine Genossenschaft als Träger eines Sportstudios für „Functional Training“ aus der Taufe. Trainiert wird nicht an klassischen Geräten, sondern mit Gewichten und der eigenen Körpermasse.

Ein Geschäftsweg, der nicht alltäglich in der Region ist. „Wir hatten uns überlegt, wie wir das Ganze behalten können“, erklärt Kunzendorf. „Wir wollten es auf mehrere Schultern verteilen.“ Bei der Gründungsversammlung der „workout-box Weilheim e.G“ in den Wielenbacher „Grünbachstub’n“ fanden sich acht Mitglieder, sie kommen aus dem Raum Weilheim, von Peißenberg bis Starnberg. Kunzendorf wurde zum Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter ist Udo Schwarz. Dem sechsköpfigen Aufsichtsrat steht Benedikt Ernst vor. Der bisherige Studiobetreiber – der 31-Jährige ist Personaltrainer und betreut unter anderem die Damen-Eishockey-Nationalmannschaft und diverse Nachwuchsteams – ist künftig als Trainer tätig.

Das Konzept geht allerdings über das rein Sportliche hinaus: „Wir betreiben das ökologisch nachhaltig“, sagt Kunzendorf. Das reicht von Bio-Nahrung und -Getränken aus regionaler Herkunft bis hin zum bewussten Verzicht auf Papierhandtüchern. „Wir wollen Müll vermeiden.“ Auch einen passenden Ökostrom-Anbieter suchen sie. Kunzendorf schwärmt von dem Konzept: „Das ist eine einzigartige Geschichte.“ Ähnliche Ausrichtungen finden sich bislang in großen Metropolen. „Grüne Studios“ gibt es in Berlin oder London, wo etwa mit den Geräten Eigenstrom für den Betrieb produziert wird.

In Weilheim bieten sie nicht nur Trainingsmöglichkeiten, Physiotherapie und Ernährungsberatung soll es ebenfalls geben. Die rund 500 Quadratmeter sind laut Vorsitzendem auch anderweitig nutzbar – die Genossenschaft denkt zum Beispiel an Yoga- und Tanzkurse.

Noch hat die „Box“ allerdings nicht den Betrieb aufgenommen. Die Räume im Trifthof müssen umgebaut werden, berichtet Kunzendorf. Anfang 2020 soll es starten. Die Genossenschaftler sind nicht nur auf der Suche nach Studiobesuchern, die das Angebot gegen Gebühr nutzen können, sondern auch nach weiteren Mitgliedern: Für einmalig 500 Euro kann ein Anteil gezeichnet werden. „Es gibt keine Nachschusspflicht“, erklärt Kunzendorf. Für ihn ist es trotz des hohen Aufwands eine gute Geschäftsalternative: „Wir wollen den Gedanken der Gemeinschaftlichkeit haben.“

Infos

zur Genossenschaft per E-Mail

Quellenangabe: Weilheimer Tagblatt vom 23.11.2019, Seite 35